(Eine Zukunftsvision)
Wir leben heute in
einer Welt der scheinbar unbegrenzten Unterhaltung und Information. Seit der
Umstellung auf das kabellose Gigabit-Internet der vierten Generation sind alle
wichtigen Netze zusammengeführt. Was früher z.B. Telefon hieß, ist einfach nur noch
ein kleiner Dienst neben anderen, Audio-, Video- und Textdiensten. Der Konsum
ist praktisch auf jedem Gerät ohne Einschränkungen möglich. Natürlich nur, wenn
man das nötige Geld dafür hat. Seit dem Zusammenschluss der größten sozialen
Netzwerke, Sender und Verlagen vor einigen Jahren, sind andere Dienste
praktisch bedeutungslos geworden. Private Websites und Blogs gibt es zwar noch,
aber die werden nur von Eingeweihten besucht. Wer nicht auf Gigabit-Social aktiv ist, hat praktisch keine Chance
wahrgenommen zu werden. Leider ist es auch so, dass die dort veröffentlichten
Inhalte stark reglementiert werden. Politische Äußerungen die der Regierung des
jeweiligen Landes nicht gefallen, können problemlos gelöscht werden. Das
geschieht inzwischen sogar vollautomatisch und ohne Widerspruchsmöglichkeit.
Diese Einschränkung wurde, inzwischen vom Großteil der Bevölkerung geschluckt.
Gigabit hat also praktisch die gesamte Hoheit über das Netz und bekommt alles
mit. Schöne neue Informationswelt!
Die ganze
Geschichte fing aber schon einige Zeit früher an, schief zu laufen. Damals, so
gegen 2013, gab es noch ein sogenanntes öffentlich rechtliches Rundfunksystem.
Es wurde mit dem Rundfunkbeitrag finanziert, den jeder Haushalt und Firmen
leisten mussten. Damit wurden eine Vielzahl von weitgehend unabhängigen Radio-
und Fernsehkanälen, sowie Internetseiten betrieben. Hier ein historischer
Beitrag dazu: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Parallel dazu gab es
private Sender, die nur durch Werbung finanziert wurden. Das nannte sich duales
System. Da nicht jeder mit dieser "Zwangsabgabe" für die
öffentlich Rechtlichen leben konnte, griffen die damaligen Zeitungsverlage
diese Sache auf. Es wurde zu Recht gefragt, ob diese Art der Finanzierung nicht
gegen die Freiheit des Einzelnen verstoßen würde, weil auch gezahlt werden
sollte, wenn gar kein Empfangsgerät vorhanden war. Es gab hierzu hitzige
Diskussionen, die einige Zeit hinzogen. Es gab aber keine schlüssigen Konzepte.
Also schaute man, wo gespart werden konnte. Das erste Ergebnis war, dass die
Werbung in den öffentlich rechtlichen gestrichen wurde. Auf diese Weise sollten
auch die privaten Fernseh- und Radiosender gestärkt werden. Leider konnten so
einige Programme der öffentliche Rechtlichen nicht mehr finanziert werden, so
dass sie eingestellt werden mussten. Als nächstes wurden teure
Sportveranstaltungen aus dem Programm gestrichen, deren Rechte auch nicht mehr
bezahlt werden konnten. Diese wurden jetzt von Pay-TV-Sendern übernommen. Wer
z.B. Fußball schauen wollte, musste also ab jetzt immer bezahlen. Den
Rundfunkbeitrag dafür zu erhöhen stand nie zur Diskussion, ganz im Gegenteil.
Es wurde über eine Reduktion oder Abschaffung nachgedacht, die auch einige Zeit
danach beschlossen wurde. Nach ein paar Zwischenschritten blieb nur ein
öffentlich rechtlicher Fernsehsender und ein Radioprogramm übrig. Diese wurden
jetzt direkt vom Staat finanziert. Auf diese Weise bekam die jeweilige
Regierung einen großen Einfluss auf das Programm und die Inhalte. Die
Nachrichtensendung Tagesschau verkam z.B. zum Propagandainstrument, der
jeweiligen Regierung. Das Ende vom Lied war, dass zum Schluss niemand mehr
öffentlich rechtliches Fernsehen oder Radio schauen oder hören wollte, weil man
dort sowieso manipuliert würde. Die Zeitungsverlage, die die Sache ins Rollen
gebracht hatten und die privaten Sender, waren zu dem Zeitpunkt übrigens schon
längst Pleite oder von größeren Firmen übernommen worden. Mit Einführung von
Gigabit, wurden jetzt auch die letzten öffentlich rechtlichen Programme
eingestellt. Man hatte inzwischen längst bessere Methoden entwickelt, wie das
Wahlvolk mit Informationen gefüttert werden konnte. Es gab ab da also nur noch
Inhalte auf Abruf. Das war also der große Fortschritt, den Gigabit gebracht
hatte.
Vielleicht bin ich
ein bisschen nostalgisch veranlagt (liegt wohl am Alter), aber ich erinnere
mich noch gerne an die Tagesschau zurück, sowie die anderen Informations- und
Unterhaltungssendungen der öffentlich Rechtlichen Sender. Auch wenn einige glaubten,
Politik und andere Institutionen hätten schon damals zu viel Einfluss gehabt,
die würden Augen machen, wenn sie wüssten, wie es heute aussieht. Vielleicht
kommen wieder Zeiten, wo solche Strukturen gewollt und gebraucht werden. Ich
werde das wohl nicht mehr erleben.



























